MEINE AUSTRALIEN-STORY von Martina Stadler
Mein Name ist Martina Stadler, ich bin zwanzig Jahre alt und habe gerade die Pädagogische Hochschule in Rorschach begonnen. Meine Ausbildung dauert noch drei Jahre, dann habe ich meinen Traumberuf, Kindergärtnerin bzw. Unterstufenlehrerin, erreicht.

Um die PHR beenden zu können, benötige ich einen Fremdsprachenfenthalt. Darum beschlossen ich und meine Freundin Andrea diesen Sommer 05 zu absolvieren. Australien war schon immer ein Traumziel für mich und auch für Andrea. Also war der zu besuchende Kontinent ziemlich schnell gefunden. Nach einem Beratungsgespräch bei Pro Linguis St.Gallen entschlossen wir uns für einen Sprachaufenthalt in Cairns

An dem Tag des Abfluges nach Australien kann ich mich noch ganz genau erinnern. Ich war wahnsinnig nervös und auch etwas ängstlich. Ich hatte ja keine Ahnung, was in den nächsten zehn Wochen alles auf mich zukommen würde. Als ich Andrea am Flughafen traf, bemerkte ich, dass es ihr nicht anders ging. Wir müssen eins seltsames Bild abgegeben haben, als wir eincheckten. Rote, verweinten Augen und keine Spur von Vorfreude. Niemand hätte erahnen können, dass wir einen abenteuerlichen Trip nach Australien vorhaben.

      Mein neues Zuhause für 10 Wochen

Nach dem sehr langen Flug über Frankfurt, Singapur und Sydney kamen wird müde aber sehr gespannt in Cairns an. Wir benötigten zwar einige Tage, um uns an unserer neue Umgebung zu gewöhnen, doch was für ein Glück wir mit der Gastfamilie hatten, bemerkten wir ziemlich schnell. Ich hatte einfach die perfekte Familie erwischt. Das Haus, mein Zimmer, die Umgebung, einfach alles war super.

In der Schule findet man sich ebenfalls schnell zurecht. Dadurch, dass alle Schüler in der gleichen, etwas fremden Situation und Umgebung sind, findet man schnell neue Freunde. Von der Schule wurden jedes Wochenende verschiedene Aktivitäten angeboten, welche von Andrea und mir rege benutzt wurden.

      Am Rodeo in Mareeba

Am ersten Wochenende zum Beispiel besuchten wir ein Rodeo. Das war wirklich ein einmaliges Erlebnis. Ich kam mir beinahe wie in einem echten Wildwestfilm vor. Die vielen Menschen mit ihren Cowboyhüten- und Stiefeln, die riesige Arena und erst all die Pferde und Stiere.

Das grosse Ziel der Cowboys war, auf dem Pferd oder Bullen so lange wie möglich sitzen zu bleiben. Ein sehr schwieriges Unterfangen wie ich ziemlich bald erkannte. Für uns Zuschauer war es natürlich wahnsinnig lustig anzusehen, aber für die Cowboys war es wohl eher schmerzhaft…

      Cape Tribulation

An einem weiteren Wochenende beschlossen Andrea und ich den Schulausflug zu Cape Tribulation mitzumachen. Dieser Ort wird als „where the rainforest meets the sea“ angepriesen. Das musste ich natürlich sehen!
Wir verbrachten dort zweit Tage und darum übernachteten wir in einem Zelt. Das war doch ziemlich abenteuerlich… Der Campingplatz war nämlich direkt am Strand gelegen. Unser Busfahrer schärfte uns mit grossem Eifer ein, sehr vorsichtig zu sein und immer eine Taschenlampe bei sich zu haben, da ja die Krokodile nicht gerade menschenfreundlich seien…. Tja, obwohl wir keine Krokodile in unserem Zelt antrafen, wirkte diese Warnung und wir hielten immer und überall nach diesen gefährlichen Tieren Ausschau.

Auf dem Retourweg nach Cairns erlebten wir ein nächstes Abenteuer. In einem kleinen Boot auf dem Daintree River wollten wir nun endlich frei lebende Krokodile sehen. Wir entdeckten tatsächlich welche. So etwas sieht man in der Schweiz nun wirklich nicht.

Eines schönen Tages hatten Andrea, Sarah und ich den ganz spontanen Einfall, nach Sydney zu reisen. Wir wollten ja schliesslich auch noch etwas anderes sehen, als „nur“ Cairns und Umgebung. Aus einer spontanen Idee entwickelte sich rasch ein konkreter Plan und so buchten wir unseren Kurztrip. Für vier Tage liessen wir Cairns hinter uns und erforschten die weltberühmte Stadt Sydney. Wenn ich nun an diesen Trip zurückdenke, muss ich doch etwas schmunzeln. Wir sind für vier Tage auf die andere Seite von Australien geflogen, ohne einen bestimmten Grund, einfach weil wir wollten… Das wäre etwa das Selbe, wie wenn wir von der Schweiz nach Norwegen fliegen würden, einfach so für vier Tage…

Wie auch immer, es hat sich auf alle Fälle gelohnt. Sydney ist eine wunderschöne und interessante Stadt. Es gibt so viele Dinge zu entdecken und zu erforschen. Unsere vier Tage Aufenthalt reichten gerade für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in dieser Weltstadt.

      In Sydney vor der Harbour Bridge

Ich muss sagen, die Harbour Bridge brachte mich für die ersten Sekunden zum Schweigen, ein überwältigendes Bauwerk Ich habe in meinem Leben noch nie eine so beeindruckende Brücke gesehen. Sie war einfach riesig! Da war die Fotokamera natürlich schnell gezückt und unzählige Bilder geschossen. Vor dem Opera House realisierte ich das erste Mal, dass ich wirklich in Australien bin. Sonst sah ich das Opern Haus immer nur im Fernseher oder auf Bildern in Magazinen und dann stand ich davor. Es war unglaublich, ich konnte es nicht fassen.

      Andrea und ich freuen uns auf die Pancakes

Der Gastvater von Sarah legte uns nahe, dass wir unbedingt Pancakes im ältesten Viertel von Sydney, welches „The Rocks“ genannt wird, essen müssen. Wir machten uns also auf den Weg, um dieses spezielle Restaurant zu suchen. Wir hatten keine Ahnung, wo es sein könnte, also marschierten wir einfach mal gerade aus und testeten unser Glück… Ohne die Hilfe eines netten Police Officers hätten wir das Restaurant jedoch nicht gefunden oder wir hätten uns grausam verlaufen. Doch es lohnte sich wirklich, die Pancakes waren himmlisch. Dann waren plötzlich nur noch zwei Wochen in Australien übrig geblieben. Das war beinahe unglaublich, ich hatte überhaupt nicht bemerkt, wie schnell die Zeit verstrich.

Auch die letzten Wochen passierten wie im Fluge. Ich versuchte so viele Eindrücke wie möglich mit nach Hause zu nehmen und knipste Fotos wie eine Verrückte, um ja alles in Erinnerung zu behalten.
Nun bin ich gerade mal vier Wochen zurück in der Schweiz, aber mein Sprachaufenthalt in Australien kommt mir wie ein Traum vor. Jedes Mal, wenn ich meine Fotos anschaue, kann ich nicht glauben, dass ich wirklich in Cairns war. Ich werde diese Zeit nie vergessen und nur gute Erinnerungen davon behalten. Und, wer weiss, vielleicht kehre ich schon bald wieder nach Australien zurück.

Autorin: Martina Stadler, 20 Jahre
Sprachaufenthalt: Juli bis September in Cairns, Australien

Weitere Bilder zu diesem Bericht
   
      Meine Gastfamilie in Cairns



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