Lotte LedermannBis anhin wusste ich nur den Namen meiner Hostmother, dass sie eine Katze hat und in Terrigal wohnt. Da noch andere Personen zu ihren Familien gebracht wurden, war es 0.15 Uhr, bis ich endlich in Terrigal ankam. Jill zeigte mir mein Zimmer, Küche und das Bad. Ich war sehr müde von der langen Reise und ging deshalb gleich ins Bett.
Die Zeit in Terrigal hat begonnen. Am ersten Morgen dachte ich zuerst, ich träume. Die Sonne zeigte sich im schönsten Kleid, und vom Balkon aus sah man einen Teil von Terrigal, den Strand und das Meer. Die Verständigung war nicht leicht, da ich fast nichts verstand und kaum sprechen konnte. So war mein Dictionary mein ständiger Begleiter.
North Avoca Beach, nahe meiner Unterkunft in TerrigalAm Morgen ging ich mit Jill kurz an den Strand. Nachmittags zeigte sie mir den Weg zur Schule in Gosford. In Terrrigal sind es ca. 3 Minuten und in Gosford ca. 5 Minuten zur Bushaltestelle. Am ersten Wochenende ging es in die Blue Mountains. Das Wetter war leider nur am Samstag für drei bis vier Stunden schön. Wir nutzten diese Zeit für eine zweistündige Wanderung zu den Three Sisters.
Am letzten Sonntag, den ich in Terrigal verbrachte, gingen Jill und ich in den Somersby Reptile Park in der Nähe von Gosford. Dieser Park bietet Gelegenheit, etwas über Schlangen, Alligatoren, Eidechsen usw. zu erfahren. Man kann die Tiere aus nächster Nähe beobachten und zum Teil sogar anfassen. Gleichzeitig kann man mehr über ihre Lebensgewohnheiten und die Nahrungsbeschaffung erfahren. Es wird auch vorgeführt, wie man sich verhalten soll und was zu tun ist, falls man von einem giftigen Tier gebissen wird.
Ich wollte schon immer wissen, wie sich eine Schlange anfühlt. So nutzte ich die Gelegenheit, mich mit einer Boa Constrictor (die 15kg wog) fotografieren zu lassen. Ich war sehr überrascht, wie angenehm sich die Schlangenhaut anfühlt. Sie ist trocken, kalt, weich und geschmeidig. Die Spinnen-Abteilung war leider nach einem Brand geschlossen. Die Koalas waren sehr aktiv und wurden gerade gefüttert. Auch hier konnte man Fragen stellen und mehr über diese Tiere erfahren.
Bekanntschaft mit einer Boa im Reptile Park SomersbyTerrigal liegt ca. 100 km nördlich von Sydney, hat gute Surfstrände und bietet auch Tauchkurse an. An der Nord Avoca Beach bei Terrigal gibt es wunderschöne Rocks, auf denen man bei gutem Wetter recht weit Richtung Norden laufen kann.
Weiter südlich gibt es den Bouddi National Park mit Möglichkeiten zum Buschwandern und Campen. Ein Besuch dieser Gegen lohnt sich auf jeden Fall.
Am 3. März begann der erste Tag meiner dreimonatigen Reise durch Australien mit der inzwischen weltberühmten Mardi Gras Parade. Kurz nach meiner Ankunft in Sydney kaufte ich einem Kollegen das Auto ab, einen weissen Ford Falcon 4.11, Baujahr 1985. Die ersten Tage waren etwas schwierig auf den Strassen, da ich mich erst auf den Linksverkehr einstellen musste.
Zuerst ging es nach Canberra, in die Hauptstadt von Australien. Es ist eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Neben dem Parlament House und den diversen Parkanlagen hat man vom Telecom Tower (im Black Mountain Natur Reservoir) einen wunderbaren Ausblick über ganz Canberra.
Die meiste Zeit habe ich im Auto auf Campingplätzen geschlafenMeine Reise ging weiter ins Kangaroo Valley, südlich von Sydney. Es gibt dort viel Wald und schöne Wasserfälle, wie z.B. die Belmore Falls, die Carrington Falls und die Fitzroy Falls, um nur einige zu nennen. Mir persönlich gefielen die Belmore Falls am besten; mitten im dichten Wald bietet sich einem ein Naturspektakel, das ich kaum beschreiben kann. Ich sah das Paradies auf Erden: zwei aufeinander folgende Wasserfälle, getrennt nur durch einen kleinen See.
Nun setzte ich meine Reise nördlich von Sydney in Richtung Byron Bay(östlichster Punkt des australischen Kontinents) fort. Der Leuchtturm, das Wahrzeichen dieser Stadt, bietet die Möglichkeit, Delphine und Wale zu beobachten. Eine Tour auf den Mount Warnig im gleichnamigen Nationalpark ist sehr empfehlenswert. Der Mount Warnig ist der Ueberrest eines Lavapropfens in der Magmakammer eines riesigen Schildvulkans. Die "Border Ranges“ sind die letzten Rudimente seiner Seitenwände. Der untere Teil besteht aus subtropischem Regenwald. Weiter oben findet man gemässigten Regenwald mit zahlreichen Vogelarten. Einmal oben auf 1156 Meter über Meer angekommen, kann man die Aussicht weit ins Landesinnere und aufs Meer bewundern.
Zurück in Sydney. Die restlichen 4 Tage in Sydney verbrachte ich mit Sightseeing: Ich besichtigte die Harbour Bridge, das Opera House, einen Teil des Botanischen Gartens, das Sydney Aquarium und das Queen Victoria Building (schöne alte Architektur). Ich gönnte mir den Blick über Sydney vom "Sydney Center Tower“. Dies alles konnte ich bei sonnigem Wetter mit milden Temperaturen geniessen, nach 6 Tagen Kälte und Warten in der Tiefgarage während des Autoverkaufs eine Wohltat!
Es war eine unbeschreiblich schöne Zeit für mich. Bestimmt zieht es mich bald wieder ins Land der Kängurus, um weitere Abenteuer zu erleben.
Autor: Lotte Ledermann, 27 Jahre
Sprachaufenthalt: Februar bis März in Gosford, Australien
Freizeit: Reiten Schwimmen, Wandern und Reisen
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