PERTH, DIE GRÖSSTE STADT AN DER WESTKÜSTE von Regula Häfliger
Als ich mich entschieden hatte, einen Proficiency-Kurs zu absolvieren, fiel meine Wahl schnell auf Australien, wo ich bereits vor einigen Jahren eine tolle Zeit verbracht hatte. Für mich war klar, es musste eine bekannte Schule mit einem guten Ruf sein. Ich habe bereits mehrere Sprachaufenthalte über Pro Linguis gebucht (Spanien und Frankreich) und konnte mich deshalb aufgrund meiner früheren Erfahrungen auf die Qualität der Kurse verlassen. Ein weiterer Grund, weshalb ich mich für das Milner College entschied, war der, dass Perth an der Westküste liegt, meiner Meinung nach eine der schönsten Gegenden Australiens. Eine ideale Lage: Das Meer in nächster Nähe, angenehmes Klima, viel Sonnenschein, schöne Touristenattraktionen nördlich, südlich und östlich der Stadt. Was braucht man mehr?

     Regula Häfliger

Die erste freudige Ueberraschung erwartete mich dann bereits am Flughafen, meine Gastfamilie war vollzählig am Flughafen erschienen und bereitete mir einen warmen Empfang. Die Kinder, zwei Knaben im Alter von fünf und sieben Jahren, begannen sofort mit mir zu plaudern. Dann ging es erst einmal in mein neues Heim, ein schönes Holzhaus in nächster Nähe zur Stadt. Mein Zimmer war liebevoll eingerichtet, sogar ein Blumenstrauss, ein Willkommenskärtchen und ein süsser Stoffkoala standen bereit.

Nach dem Auspacken und Einrichten wurde ich zu einer ersten Stadtbesichtigung eingeladen. Die wunderschönen farbigen Parks gefielen mir besonders gut. Ein Höhepunkt in jedem Sinne war der hohe Aussichtsturm, von dem man eine tolle Sicht über die ganze Stadt hat. Am Abend gab es dann ein typisches Barbecue, und schliesslich fiel ich müde ins Bett.

      Meine Hostfamily

Am ersten Schultag begleitete mich meine Hostmother zur Schule, damit ich auch ja nicht verloren gehe! Die Schule selbst liegt im Herzen der Stadt, umgeben von Parks, Restaurants und Shops, so dass es einem auch nach dem Unterricht nie langweilig wurde. Am ersten Tag hatten wir Zeit, unsere Mitschüler und Lehrer sowie das Schulgebäude kennen zu lernen. Dort fehlt es an nichts, in der Mediathek kann man Bücher und Kassetten ausleihen und die Computer für den persönlichen E-Mail Versand nutzen, im kleinen Shop gibt es genügend Verpflegungsmöglichkeiten für zwischendurch, und als Schüler im Milner College wird einem auch die Gelegenheit geboten, in einem nahen Fitnesscenter zu trainieren. Die Sprache lernt man fast wie im Schlaf, überall nimmt man sie unbewusst auf: im Kino, während des Einkaufsbummels, beim Sport und natürlich in der Familie, wo man sich, ganz besonders auch mit den Kindern, zwanglos unterhalten kann.

Schnell habe ich mich in der Stadt eingelebt und mit den neu gewonnenen Freunden viel unternommen. Perth, die grösste Stadt an der Westküste, hat für jeden Geschmack etwas zu bieten und wir haben rege davon Gebrauch gemacht. Ein Besuch der Ballettvorstellung „Gisèle“ hat ebenso wenig auf unserem Programm gefehlt wie ein Besuch der weltberühmten Show „Riverdance“, die einfach grossartig war. Viel Nervenkitzel bot auch der Tandem- Fallschirmsprung, den ich sicher nie vergessen werde! Noch lange haben wir davon geschwärmt... Das „Fliegen“ hatte es uns so angetan, dass wir im Verlaufe der nächsten Wochen noch einige Flugstunden auf einer Cessna nahmen, was in Australien nicht teurer als eine Autofahrstunde ist. Die Flüge über Perth, das aus der Vogelperspektive einen ganz speziellen Reiz bietet, sind mir in bester Erinnerung. Die Glasfassaden der Hochhäuser glitzerten wie tausend Diamanten im Sonnenlicht. Unweit der Stadt liegt der Yanchep National Park mit seinen zahlreichen Blackboys (Grasbäume), Koalas und Kängurus, seinen hohen Klippen und einigen Dutzend Kalksteinhöhlen, eine davon diente bis ins letzte Jahrhundert als Friedhof der Ureinwohner, der Aborigines.

      Glückliche Gesichter nach der ersten Flugstunde

Natürlich haben wir auch einige der zahlreichen Freizeitangebote der Schule genutzt, um die Gegend zu erkunden: Reiten, Besuche bei Aborigines, Vorträge über Land und Leute sowie Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Besonders gefallen haben mir die Pinnacles, ein bizarrer „Wald“ aus vom Wind und Sand abgeschliffenen Kalksteinen, die in verschiedenen Formen und Grössen mitten in der gelben Wüstenlandschaft himmelwärts ragen. Ein unvergesslicher Anblick, besonders im warmen Abendlicht. Speziell schön war ein weiterer Ausflug zum Wave Rock, einem riesigen, mehrfarbigen, wellenförmigen Fels (100 m lang, rund 15 m hoch), der majestätisch inmitten der Einöde liegt.

      Der gigantische Wave Rocks

Einen grossen Kontrast zu dieser Gegend bildete der Trip in den Süden, nach Albany, wo sich fruchtbare Agrargebiete mit grandiosen Klippenlandschaften, ausgezeichnete Strände und ausgedehnte Wälder erstrecken. Die Karr- und Jarrah-Eukalyptusbäume gehören zu den höchsten Bäumen der Erde, die grössten Exemplare sind bis zu 80 Meter hoch. Man hat sogar die Gelegenheit, den rund 60 Meter hohen Gloucester Tree über eine 153-stufige (!) Leiter zu besteigen. Von der Kronenspitze aus hat man einen herrlichen Blick über das Reich der Riesenbäume.

Für Tierfreunde ist ein Ausflug nach Monkey Mia ein „Must“, dort schwimmen die Delphine ganz nahe an den Strand heran, so dass man sie sogar streicheln und füttern kann. Wenn dann noch süsse Jungtiere mitschwimmen, ist dies das Tüpfelchen auf dem i!

      Die Delphine von "Monkey Mia" lassen sich sogar streicheln"

Diese Schilderungen vermitteln den Eindruck eines sorglosen Urlaubes, aber der Schein trügt. Wir alle haben fleissig und motiviert für den Proficiency- Abschluss gelernt, und nach 12 Wochen hiess es dann zur Prüfung antreten.

Einerseits war ich natürlich ein wenig aufgeregt, andererseits fühlte ich mich gut vorbereitet. Der Prüfungstag verflog im Nu und am Abend feierten wir dieses Ereignis, was in dieser Stadt mit viel aktivem Nachtleben kein Problem war! Am letzten Schultag wurden wir dann mit einem schuleigenen Zertifikat in den Händen feierlich vom Direktor verabschiedet, die Resultate der Cambridge-Prüfungen erhält man erst einige Monate später. Der Abschied von meiner Gastfamilie fiel mir ausserordentlich schwer, denn während der vergangenen Wochen waren sie mir eine wichtige Stütze und Hilfe, und es hat mich natürlich besonders gefreut, dass ich wie ein Familienmitglied an allen ihren Aktivitäten teilnehmen durfte und so auch viele Australier kennen lernte. Sie waren mir so ans Herz gewachsen, dass am Abschiedstag einige Tränen flossen.

Anschliessend an die Schulzeit habe ich die Gelegenheit genutzt, das Land zu bereisen. Der weltberühmte Ayers Rock, der grüne Norden mit seinen prächtigen Nationalparks, die lebendige Ostküste mit meilenweiten Traumstränden und das traumhafte Tasmanien durften in meiner Reiseplanung nicht fehlen, geschweige denn die Weltstadt Sydney, wo einen nur schon der Anblick des Opernhauses verzaubert. Noch heute schwelge ich oft in Erinnerungen und denke an diese Zeit zurück, die für mich auch in beruflicher Hinsicht sehr wichtig war, denn gute Englischkenntnisse sind in den Zeiten der Globalisierung immer wichtiger.

      Der "Uluru" (Ayers Rock), das Wahrzeichen Australiens

Unterdessen hat mich meine Gastfamilie hier in der Schweiz besucht, und ich konnte mich für die schöne Zeit mit ihnen revanchieren. Ein nächster Besuch ist bereits geplant! Last but not least, die gute Nachricht kam drei Monate nach dem Prüfungstermin: Das Proficiency habe ich erfolgreich bestanden!

Autor: Regula Häfliger, 30Jahre
Sprachaufenthalt: März bis Juni in Perth, Australien

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Weitere Bilder zu diesem Bericht
   
      Ein schläfriger Koala

      Ein Aboriginee spielt auf seinem Didgeridoo

      Ein Sonnenuntergang am Meer in Perth

      Zwei schmusende Robben auf dem "Kanguruh Island" nahe Adelaide

      Ein" jumping crocodile" im Northern Territory


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