Direkt nach meinem erfolgreichen Lehrabschluss flog ich am 31. Juli 2005 nach Nizza. Ich muss sagen, bei meinem wunderschönen Abschiedsfest mit all meinen Freunden und beim definitiven „ADE“ sagen am Flughafen Kloten, da flossen schon ein paar Tränchen, aber nichts desto trotz war ich extrem glücklich, dass ich gehen konnte, weg vom Alltag, weg von der immer selben Umgebung, einfach weg von dem Ort, an dem ich zwar eine schöne Kindheit und Jugend erleben durfte, aber mir nach 20 Jahren verleidet ist. Ich hatte richtig den Drang, Neues kennen zu lernen, Neues zu erleben und vor allem die Französische Sprache bei motivierten Lehrern zu lernen, die den Unterricht auf Französisch und nicht auf Deutsch gestalten.
Besonders gut mag ich mich an den herzlichen Empfang im 3. Stock der Residenz erinnern. Wir hatten wirklich schon am ersten Abend eine suuper „Kennenlern-Party“ in unserer Küche. Gemeinsam gegessen und viel geschwatzt, das hat so gut getan!
Residenz und Schule - ich habe im 3. Stock gewohntAm 1. August versammelten sich rund 60 neu angereiste Studenten aus aller Welt im Innenhof der Azur Lingua und waren bereit, den schriftlichen und mündlichen Eignungstest abzulegen. Der Test war ziemlich anspruchsvoll, oder vielleicht war er es auch nicht, ich durfte nur mal wieder merken wie schlecht wir im KV Französisch gelernt haben, aber eigentlich war es gut, dass der Test ein hohes Niveau hatte, denn sie versuchten die Klassen möglichst leistungsgerecht einzuteilen, was eigentlich auch so war.
Den 1. August werde ich aber nieeee vergessen, denn an diesem Tag habe ich 6 neue Menschen kennen gelernt, mit denen ich eine extrem enge Beziehung aufgebaut habe und einfach 4 unvergessliche Monate erleben durfte. Noch ganz oft frage ich mich, war das mein Glück diese lieben Leute kennen gelernt zu haben oder war es ganz einfach Zufall??!! Egal was auch immer es war, es war für mich ein Geschenk. Wir waren uns schon ziemlich bald sicher, dass es Freundschaft auf den „ersten Blick“ war, ich weiss das tönt vielleicht ein bisschen bizarr, aber wenn ihr meinen Bericht zu ende liest, dann versteht ihr mich….
Nun zu meinen Freunden, 3 von den 6 wohnten auf meiner Etage, the 3rd floor the best floor, das waren 2 Norvegian Girls und Sibylle aus der Schweiz. Das Herz des Floors war eindeutig die Küche, dort haben wir uns am Morgen noch so halb verschlafen oder am Abend zum Essen oder einfach sonst zum Schwatzen getroffen. Eine Schwedin und noch eine andere Norwegerin die waren jedoch schon seit 1 Monat in Nizza, mit denen haben wir uns auch sehr gut angefreundet, so dass wir eben häufig gemeinsam gekocht haben und eine suuper guute Frauenruunde hatten.
Da war ja noch die Ingrid, la chica bonita di Brasil, sie gehört auch zu den 6. Mitten in der Stadt von Nizza hatte sie ein wunderschönes modernes Studio. Die meisten Abende nach dem es nicht mehr sooo warm war, dass wir Beachpartys feiern konnten, haben wir bei ihr zu Hause verbracht, ich meine damit, dass wir 7 immer zusammen gekocht haben. Verschiedene Gerichte aus der Brasilianischen, Mexikanischen, Schweizerischen, Französischen und Italienischen Küche. Das hat super Spass gemacht, denn unsere Jungs die haben sie teilweise echt ins Zeug gelegt ;-) Zu unseren Jungs, Johan er ist ebenfalls ein Norweger, ein Mann mit dem „Frau“ einfach noch so richtig „Seich“ machen kann. Manu hingegen ist aus der Schweiz - er ist und bleibt einfach ein Gentleman!!! So nun könnt ihr euch vielleicht ein kleines Bild über meine Freunde machen.
Meine lieben Leute in der Küche der Residenz:
von links nach rechts: Juan (Norwegen), Hilde Marie (Norwegen), Mariann (Norwegen), Manu (Schweiz), Ich (Schweiz), Sibylle (Schweiz) - leider fehlt Ingrid ... sie war gerade in Paris
Während den ersten sechs Wochen, haben wir eigentlich einfach nur den Beach genossen, die Partys am Strand, es war sooo heiss, dass man eigentlich auf nichts anderes Lust hatte, als zu relaxen und einfach nur die friedliche Stimmung zu geniessen. Natürlich haben wir uns auch immer mit den anderen Studenten im Ausgang getroffen, da waren bestimmt jeden Abend rund 30/40 Personen aus aller Welt (Mexiko, Japan, Columbia, Italia, Spain, Sweden, Norway, Brasil, Schweiz, Österreich, Denmark, Holland, Coratia, and Rep.Tschechia) zusammen. Das hat richtig Spass gemacht. Es ist sooo interessant sich mit anderen Nationalitäten zu unterhalten. Da geht einem den Gesprächsstoff nie aus. Vor allem so die Storys mit Noel und Thömse (Insider für die Nizzakenner). Das werde ich ebenfalls in gaanz gute Erinnerung behalten. Das waren wirklich extrem „kuule“ Abende, aber besonders schön und vor allem so vertraut waren unsere gemeinsamen Ausflüge nur zu siebt. Wir haben Monaco, Juan-les-Pains, Antibes, Cannes, die Provence und natürlich auch die Stadt der Liebe für 5 Tage lang durchquert, all die schönen und bekannten Museen besucht, viele Sehenswürdigkeiten genossen und natürlich auch den Strand und die Bars abgecheckt. Stundenlange Spaziergänge oder nächtelange Gespräche an wunderschönen Orten, wie auf Champs Elysée oder vor dem Tour d’ Eiffel, das waren Momente die mich als Person verändert haben. Ich habe gemerkt was mir eigentlich wichtig ist und wie gut es einem gehen kann wenn man mit so lieben Menschen zusammen ist und einfach nur ehrlich sein kann und so gemocht oder sogar geliebt wird. Für mich war dieser Aufenthalt eine besondere sprachliche Herausforderung, denn mit vielen musste ich mich auf Französisch oder Englisch unterhalten. Auch in diesem Bereich habe ich sehr sehr viel gelernt.
Auf der Treppe des Palais de JusticeZur Schule:
Die Lehrer, die sind doch einfach kuuuul! Fast alle waren TOP, na ja es gab auch einen FLOP ;-) daruntert, aber sonst einen perfekten Mix aus locker, sympathisch, aber auch motiviert und diszipliniert. Es war ein sehr respektvolles Verhältnis. Ich habe wirklich äußerst viel gelernt und habe einfach absolut Spass an der Sprache bekommen, obwohl ich schon immer gern Fremdsprachen hatte, bekam ich durch diesen Aufenthalt nochmals den Kick, es ernst zu nehmen, denn so wie meine Lehrer sagten, hätte ich gutes Potential mich beruflich mit Sprachen auseinander zu setzen.
Weshalb ich euch einen Einblick in meine 4 unvergesslichen Monate Nizza verschaffe, ist ganz einfach, ich möchte all den Menschen, die sich vielleicht bis heute noch nicht getraut haben alleine ins Ausland zu gehen, den Mut geben und sagen, geht, zögert nicht, macht es, ihr werdet die Fremdsprache mit viel Freude ganz gut lernen, ihr könnt wie ich, verschiedene Diplome absolvieren, die euch dann für die berufliche Zukunft helfen, ihr werdet vor neue Situationen gestellt, diese Erfahrungen die ihr macht, die kann euch keiner nehmen und die werden euch ein Leben lang auf dem weiteren Lebensweg begleiten.
In der Pause hatten wir es immer sehr lustig. Da wurden Träume oder Ausgangsgeschichten erzählt. Gustav (Schweden), Jess und Amy (England) und ich
Wenn ich an meine Zeit in Nizza zurückblicke, dann stimmt mich das eher traurig, denn all die schönen Erlebnisse vermisse ich und natürlich auch meine neuen Freunde. Es gibt da so zwei Lieder, das eine von James Blunt „You’re Beautiful“ und von D.H.T „Listen to your heart“, wenn wir diese Songs hören, dann denken wir aneinander und schreiben uns ne SMS. Allerdings habe ich mich auch in der Zeit in Nizza ein bisschen um meine Zukunft gekümmert, ich wollte unbedingt eine Saisonstelle als Receptionistin in den Bündner Bergen, und vielleicht genau aus diesem Grund weil ich mich immer ein wenig darum gekümmert habe, hat das dann auch noch geklappt. Ich befinde mich momentan und für die nächsten 5 Monate in Davos. Von der schönen Cote d Azur direkt in die Schweizer Bergen, das tut mir gut, denn so bin ich abgelenkt und kann mich mal wieder so gut wie möglich meinen Freunden und meiner Familie widmen. Jedoch freue ich mich jetzt schon riesig auf Februar , dann werden wir 6 und noch ein paar andere aus Schweden und aus der Schweiz einen Nizzatreff in Davos haben. Eine Woche lang komme ich in den Genuss meine Lieben wieder zu sehen. Und obwohl ich mich zuvor nie so für Skandinavien interessiert habe, werde ich sobald als möglich nach Norwegen reisen.
Nach meiner Saison in den Bergen werde ich nochmals nach Nizza zu einer Freundin und Einheimischen gehen, danach werde ich so ziemlich sicher in den Französischsprechenden Raum der Schweiz ziehen um die Sprache ja nicht zu verlernen. Wir hoffen alle sehr, dass unsere nächste gemeinsame Reise zu Ingrid nach Sao Paolo führen wird. I will never forget this time in Nice!
Sibylle und ich sind noch heute gaaanz gute FreundeAutorin: Ramona Vogel
Sprachaufenthalt: August bis November in Nizza, Frankreich
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