MALTA ZUM ENGLISCHLERNEN von Helga Wochner
Es war neblig und unfreundlich in Zürich – wie immer im November – so auch im vergangenen Winter. Der erste Schnee war bereits gefalllen. Und das sollte der Monat sein, in dem ich als Englischlehrerin der KV Zürich Business School zwei Klassen auf eine 14-tägige Sprachreise auf die Mittelmeerinsel Malta begleiten würde. Die Reise war von Pro Linguis, Meilen, organisiert worden und deshalb durften wir auf einen reibungslosen Ablauf hoffen.

Mit einer dicken Jacke und voller Neugier flogen wir an einem Samstag ab und waren erstaunt, welch angenehm warmes Lüftchen uns nach 2 1/2 Stunden Flug entgegenwehte, und wie hell es noch am Spätnachmittag war.

      Abendstimmung am Hafen

Die dicke Jacke verstaute ich in meiner Unterkunft in Gzira und machte mich in einem ärmellosen T-Shirt auf einen ersten abendlichen Erkundungsspaziergang mit den Schülerinnen und Schülern durch das Vergnügungsviertel St. Julian’s. In den Gassen drängten sich unzählige Jugendliche, alle auf dem Weg in eines der vielen English Pubs, Cinemas, Discos, Jazzlokale, Fastfoodbuden oder in ein Internetcafé. Das Leben pulsiert hier drinnen wie draussen bis nach Mitternacht, und es ist angenehm zu wissen, dass es ein Sammeltaxi gibt, das jeden zu jeder Zeit sicher und preisgünstig nach Hause bringt.

Das Ankunftswochenende galt der Eingewöhnung. Während die eine Hälfte der Schülerinnen und Schüler die enorme Gastfreundschaft der Malteser in ihren Gastfamilien genoss, sammelte die andere Hälfte erste Wohngemeinschaftserfahrungen in ihren Studentenappartements, in denen sich je 6 Studenten eine Wohnung teilten. Absprachen über die Zimmeraufteilung, das gemeinsame Essensbudget, über die Aufteilung der lästigen Haushaltsarbeiten wie Einkaufen, Kochen, Abwaschen, Putzen mussten getroffen werden. Erste Gelage fanden auf der Sonnenterrasse statt.

      Klassenfoto

Am Montag um 9 Uhr begann dann der Ernst des Lebens an der European School of English (ESE) in Gzira, die von einer eisernen Lady der Cambridge University straff und effizient geführt wird. Das Programm hatten wir auf die Bedürfnisse der Berufsmaturitätsanwärter abgestimmt, also täglich je 2 Lektionen Grammatik im Gruppenunterricht, Textproduktion (Writing) im Gruppenunterricht sowie Konversation im Einzelunterricht. Es hatte jeder Schüler täglich einen Privatlehrer, der mit ihm allein 90 Minuten Konversation betrieb und auf die individuellen Schwächen eingehen konnte. Obwohl dieser 1:1 Unterricht den Sprachaufenthalt für jeden Schüler um CHF 550.– verteuerte, hielten alle diesen Ausbildungsteil für den gewinnbringendsten.

Mit rauchenden Köpfen bestiegen wir nach Unterrichtsschluss am Nachmittag den Schulbus und erkundeten unter der erfahrenen Leitung des ESE-Freizeitteams jeweils eine der zahllosen Sehenswürdigkeiten der geschichtsträchtigen Insel.

      Start zur Jeepsafari quer durch Malta

Fast alle Nationen rund ums Mittelmeer haben im Laufe der Jahrhunderte versucht, Malta wegen seiner strategisch wichtigen Lage zu erobern und hinterliessen ihr Erbe (in Form von Bauwerken, kulinarischen Spezialitäten, der maltesischen Sprache – ein Gemisch aus Arabisch und Italienisch). Die Insel, die sich zwischen Sizilien und Tunesien befindet, war stets der Zankapfel christlicher und islamischer Völker. Wesentlich bestimmt wurde Malta durch den Malteserorden, ein Ritterorden, der Kreuzritter im modernsten Hospital des Mittelalters heilte und enorme Befestigungsanlagen erbauen liess. 1814 eroberte Admiral Nelson die von Napoleon ausgeplünderte Insel und unterstellte sie dem British Commonwealth, zu dem sie bis heute gehört. Dies ist die Ursache, weswegen die englische Sprache und viele gebürtige Engländer Einzug auf Malta hielten. Auch heute noch wachsen alle Malteser zweisprachig auf, alle öffentlichen Schilder und Informationstafeln sind englisch angeschrieben, Geschäfte werden auf Englisch abgewickelt. Viele Reihenhäuschen sowie die roten Telefonzellen und Briefkästen verleihen Malta einen wahrhaft britischen Anstrich.

Was aber total unenglisch ist, ist die Tatsache, dass man im Herbst oder Frühjahr eine Beachparty mit Schwimmeinlage im Meer, einen Bootsausflug zu kristallklaren Lagunen oder eine Jeepsafari quer durchs Land geniessen kann. Und diese einmalige Kombination von Bade-, Kultur- und Sprachreise ist wohl der Grund dafür, dass die Teilnehmer Malta fast einstimmig als „highly recommendalble“ für Sprachferien einstuften.

      Ready für das Fussballturnier!

Gluschtig? Dann pack’s doch an. Wir sind sicher, dass auch Du ein hervorragendes Angebot mit einwandfreier Organisation bei Pro Linguis erhältst.

Autor: Helga Wochner, 42 Jahre
Sprachaufenthalt: Im November auf Malta

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